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Geometrie

Da fliegen sie dahin. Da hören sie auf. 

 

Die Affären, die Dates, die unbefriedigenden Neuanfänge. 

Kein Tinder mehr, kein Hoffen auf eine Nachricht nach der Nacht. 

Weniger Enttäuschung, mehr Fülle. 

 

Und das mit jemanden, der seit langer Zeit mir so nah ist wie nur selten jemand zuvor. 

Der mich zum lachen bringt, der mir ähnliche Wege wie meine Gedanken aufzeigt. 

Der mich versteht, in meiner Vielseitigkeit, in meinem Tatendrang, in meinem Wissensdurst. 

 

Denn eins verstehe ich jetzt erst, nicht jeder passt zu dir. 

Ich war immer ein Kugel die versucht hat durch eine quadratische Tür zu kommen. 

Manchmal war sie zu groß, da fiel ich hindurch und verlor mich. 

Dann war sie zu klein, ich versuchte mich in sie zu pressen, mit aller Macht und Kraft und verletzte mich nur selber. 

Der Rahmen war falsch in Bezug zu dem, was mich ausmachte. 

 

Dies zu verstehen dauerte, mehrere Türen, mehrere Quadrate, mehrere Kugeln. 

 

Und nun? Nun ist es ebenso rund oder ich bin quadratischer geworden. 

Vielleicht zu einer Art quadratischem Zylinder. 

Umgeformt und doch nicht verändert kann ich nun so sein wie ich bin ohne mich anpassen zu müssen. 

 

Ich passe hindurch, kann aber auch immer wieder gehen. 

Ich verlier mich nicht, ich werde aufgefangen. 

Es ist, als ob es auch genau so sein sollte, als ob es sich jetzt zu dem geformt hat, was es derzeit darstellt. 

 

Was noch kommt? Ich weiß es nicht. Und ehrlich gesagt, will ich es auch gar nicht wissen. 

 

Es ist wie damals in der Schule, ich habe Geometrie erst rückblickend verstanden. 

Und so ist es auch jetzt. 

 

Und wer weiß, vielleicht denke ich genau in ein paar Jahren mal an diesem Text, wenn meine Tochter versucht, eine Kugel durch das kleine Quadrat ihres Spielzeuges zu quetschen.

 

Denn das geht nicht, das soll nicht sein. 

 

Aber das bringen wir ihr bei- in aller Ruhe, mit aller Liebe. 

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