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Ich mag dich, aber

Versteh mich nicht falsch, ich mag dich, aber….

 

Den Satz habe ich gehört. Mit 15, mit 16. Als ich noch jung war und Männer sich nicht anders ausdrücken konnten. Männer- falsches Wort. Jungs trifft es eher. 

Wenn man nicht weiß, warum man an dem anderen kein Interesse hat. Er ist schön, er gefällt einem auch. Aber er kickt einen nicht. 

Man will ihm nich wehtun, aber kann auch nichts für ihn gewinnen.

 

Genau dann kommt dieser Satz: ich mag dich, aber. 

 

Und lange war ich in der Position des Empfängers dieser Worte. Ich war die auf der Seite, die sich anhören musste, was nach dem aber kommt. 

 

…ich habe zur Zeit zu viel zu tun

… meine Familie braucht mich 

..meinem besten Freund geht es schlecht

 

Die Aufzählung könnte ich jetzt noch weiter machen, nur mit einem Gedanken hatte ich schon mehr als nur 10 Beispiele. 

Und jetzt, über zehn Jahre später, jetzt bin ich an der Reihe. 

 

Und auf einmal merke ich, wie schwer es ist dies zu sagen. Wie blöd man sich vorkommt, weil man den anderen nicht wehtun will, aber auch nicht hinhalten. 

 

Er ist toll. Groß, sportlich, ein wenig Kind, ein wenig Mann. Doch derzeit will ich meine Ruhe. Ich will keinen Sex, ich will keine Nähe. Ich will arbeiten, schreiben, Sport machen, zur Ruhe kommen. 

 

Und genau mit dem Aufschreiben dieser Zeilen merke ich, was ich machen muss. Was mein nächstes Ziel ist. 

Ich werde ehrlich sein. Ehrlich zu ihm, erhlich zu mir. Der kurze Schmerz- egal. 

 

Ich überlege mir kurz das „aber“, den Grund. Und ich finde keinen, außer dass ich ihm sage, dass ich derzeit den Kopf voll mit Arbeit habe. 

Ich schreibe es- er versteht es nicht. 

 

Okay, next try. Diesmal etwas deutlicher. 

 

Ich schreibe einen Text vor- Datenvolumen aufgebraucht. Ist dies ein Hinweis? Nein, ich sende den Text später ab. 

 

Und fange an nachzudenken, was mich dazu bewegt, meine Stimmung so umzuschwenken, dass ich auf ein Date keine Lust habe.

Ist es wirklich nur die Arbeit? Ist es wirklich nur die Vision, der ich hinterherlaufe? 

Oder ist da was anderes? 

Etwas, was ich nicht zuordnen kann, oder will? 

 

Heute wird es ein Prosecco auf Rotwein-Abend. 

 

Ohne einem Mann, nur mit mir. 

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